Das Mittelalter gilt als Zeitalter der Trunkfreude, in dieser Zeit stieg der Weinkonsum stetig an. Natürlich galt der Wein auch als Grundnahrungsmittel und als Medizin, denn er machte das oft ungenießbare Trinkwasser bekömmlich. Eine besondere Bedeutung erlangte der Moselwein jedoch, als Konrad III. zum ersten Staufer-König gewählt werden sollte. Es waren ganze Wagenladungen von Moselwein, die nach Koblenz herangekarrt worden sind, um jene Fürsten besänftigen, die sich der Wahl Konrads III. zum König widersetzen könnten. Neben den diplomatischen Anstrengungen war es am Ende der gute Moselwein, der verhindern half, dass aus der Königswahl eine schwere Reichskrise erwuchs.
Um die im Mittelalter allmählich wachsende Nachfrage nach Wein zu stillen, wurden in der Zeit der Staufer viele Rebflächen erschlossen, zum Teil auch in Gebieten, deren Klima nicht wirklich für den Weinbau geeignet war. Zunehmend spielte jetzt der Terrassenanbau eine Rolle, der im 11. Jahrhundert durch die Mönche des Zisterzienserordens eingeführt wurde. Das Landschaftsbild an Mosel und Rhein ist seither von ihnen geprägt.
Durch die wachsende Bedeutung des Weines wurde die Stellung der Winzer in der Gesellschaft bedeutender. Ein guter Wein wird durch einen guten Winzer gemacht, das war bekannt. Die verbesserte Stellung brachte Vorteile für beide Seiten: eine bessere rechtliche und wirtschaftliche Position für den Winzer und besseren Wein für die Herren.

Stauferwein - damals


Mit dem heutigen Wein war der mittelalterliche Wein jedoch nicht zu vergleichen. Eine Einordnung der Weine nach Jahrgang, Rebsorte und Weinlage wurde nicht vorgenommen. Es wurde lediglich zwischen jungem und altem Wein unterschieden – wobei der alte Wein der beliebtere war. Lagebezeichnungen, wie wir sie heute kennen, treten in den Quellen erst ab dem 13. Jahrhundert vermehrt auf und dienten meist nur der Beschreibung der Weinberge und nicht der darauf kultivierten Reben.
Manche der heutigen Lagennamen lassen sich bis in die Zeit der Staufer zurückverfolgen. So waren in Ingelheim am Rhein manche der heute bewirtschafteten Lagen vermutlich bereits während der Herrschaft der Staufer mit Reben bepflanzt. Und auch die Weine vom Bopparder Hamm haben viele Liebhaber gefunden – sicherlich auch unter den Staufern.
